Freiwilligendienst Kultur und Bildung

Wir freuen uns sehr darüber, dass Steffi Kantor und Kornelia Fehnle seit September 2018 Teil unseres Teams sind und die PA/SPIELkultur e.V. tatkräftig mit viel Motivation und neuen Ideen unterstützen!

Was genau ist ein Freiwilligendienst Kultur und Bildung?

Ein Freiwilligendienst Kultur und Bildung ist ein freiwilliges, soziales Jahr für junge Menschen bis 26, das man in einer kulturellen Einrichtung absolviert. In diesem Jahr kann man viele Einblicke in die Berufswelt sammeln und dabei seine eigenen Fähigkeiten und Interessen entdecken und erweitern. Zudem bieten die 25 begleitenden Bildungstagen die Möglichkeit, sich mit spannenden Themen wie Identität, Arbeiten im Team, Projektmanagement und Anderem auseinanderzusetzen und an künstlerischen Workshops teilzunehmen. Außerdem ist es eine Chance, viele junge Freiwillige aus anderen Einsatzstellen kennen zulernen und auf den Seminaren eine gute Zeit zusammen zu verbringen. Vergütet wird die Vollzeitstelle des Freiwilligendienstes mit einem Taschengeld von 360 Euro monatlich. Bei Interesse findet man auf der Homepage der BAG Spielmobile e.V. viele weitere Informationen. Bis zum 2. Juni 2019 habt ihr Zeit euch für 19/20 zu bewerben!

Alle weiteren Fragen beantworten auch gerne Rosi Masin und Viki Zalcbergaite: info@spielkultur.de

Wir freuen uns auf zahlreiche nette Bewerber!

 

Einblicke in ein Jahr bei der PA/SPIELkultur e.V. mit Steffi Kantor und Kornelia Fehnle (FSJ 2018/19)

Warum habt Ihr Euch zu einem Freiwilligendienst Kultur und Bildung entschlossen?

Steffi: Da ich gerne an der Kunstakademie studieren möchte und dafür eine Mappe vorbereiten muss, was ich während der Schulzeit nicht geschafft habe, wollte ich dieses Jahr nutzen, um einerseits die Mappe vorzubereiten, andererseits aber auch zu schauen, ob der Bereich der Pädagogik für mich beruflich überhaupt in Frage kommt.

Kornelia: Leider habe ich keinen Studienplatz bekommen und musste dann relativ schnell und spontan schauen, was ich stattdessen machen will. Ich wollte kein Jahr einfach so vorbeiziehen lassen. Da ich im kulturpädagogischen Bereich durch Praktika und Nebenjobs einige Erfahrungen gesammelt hatte und mir das immer viel Spaß gemacht hat, dachte ich mir, dass das für mich das Richtige ist. Außerdem war ich als Kind bei einigen Ferienkurse und Angeboten von PA/SPIELkultur e.V. mit dabei, die mir immer sehr gut gefallen haben.

Haben sich Eure Erwartungen erfüllt?

Kornelia: Dadurch, dass ich mich relativ schnell für den Freiwilligendienst Kultur und Bildung entschieden habe, hatte ich gar nicht so viel Zeit, mir Gedanken über meine Erwartungen zu machen. Ich wollte auf jeden Fall etwas Sinnvolles machen, das mir Spaß macht und sehr abwechslungsreich ist und das alles trifft voll und ganz auf die Arbeit bei PA/SPIELkultur e.V. zu!
Außerdem nimmt man im Rahmen des Freiwilligendienstes an fünf einwöchigen Seminaren teil, bei denen man sich mit anderen FSJler*innen aus dem Bereich Kultur und Bildung austauschen und viele verschiedene Workshops belegen kann. Diese Seminarwochen haben mir auch immer viel Spaß gemacht.

Steffi: Ich hatte es mir irgendwie ganz anders vorgestellt und bin letztendlich positiv überrascht, wie viele Projekte es bei PA/SPIELkultur gibt, wie viel „freier und kreativer“ gearbeitet wird. Ich hatte gedacht, dass es viel „schulischer“ ist und es hat mich gefreut, dass die Kinder bei allen Angeboten viel mehr mitgestalten dürfen. Letztendlich wurden alle Erwartungen übertroffen: Ich komme jeden Tag total gerne in die Arbeit und fühle mich im Team total wohl.

Was gefällt Euch an PA/SPIELkultur e.V. besonders?

Steffi: Die Team- und Arbeitsatmosphäre und, dass immer auf Augenhöhe gearbeitet wird. Es wird sehr freundschaftlich und respektvoll miteinander umgegangen. Jeder nimmt sich immer Zeit für uns und falls es einem mal zu viel wird, dann wird darauf auch Rücksicht genommen und man bekommt einen Tag frei. Außerdem ist es für mich besonders schön, dass die für mich interessanten Arbeitsbereiche abgedeckt werden: Kunst, kreativ sein zu können und das Arbeiten mit Kindern. Toll finde ich es auch, dass PA/SPIELkultur e.V. die Fahrkarte zahlt. Das macht nicht jede Einsatzstelle und da ich außerhalb von München wohne fand ich das wirklich gut!

Kornelia: Mir gefällt außerdem noch, dass die Arbeit sehr vielseitig ist. Jeder Tag und jede Woche ist anders, weil wir bei so vielen Projekten mitarbeiten dürfen. Dadurch lernen wir ständig neue und total nette Leute kennen! Man bekommt auch einen Einblick in die ganze Struktur der Pädagogischen Aktion – das finde ich auch sehr interessant.

Was sind Eure Aufgabenbereiche in der PA/SPIELkultur e.V.?

Steffi: Man wird von Anfang an in alles mit einbezogen. Zu Beginn bekommt man eine Einführung und dann arbeitet man sofort kollegial mit. Wir durften von Anfang an sehr selbständig arbeiten. Wir gehen z.B. in Schulen und führen dort vor Ort mit den Kindern Projekte durch. Dabei dürfen wir auch immer eigenen Input geben. Im Frühjahr hatte ich einmal vorgeschlagen, dass wir Origami-Kunst machen und so haben wir z.B. mit den Kindern dann Schmetterlinge gebastelt.

Kornelia: Wir arbeiten aber auch bei allen Projekten in den eigenen Räumlichkeiten – der LEO 61 – mit, zum Beispiel beim Schulklassen- und Kindertagesstättenprogramm oder bei den Ferienkursen. Außerdem bereiten wir auch immer sehr viel für die verschiedenen Projekte vor, wir dekorieren und gestalten die Räume für jedes Projekt neu und arbeiten dann auch inhaltlich mit den Kindern. Wir sind auch bei den Team-Besprechungen dabei – werden also auch immer organisatorisch mit eingebunden.

Steffi: Durch die vielseitigen Tätigkeiten bekommt man in die Arbeit von PA/SPIELkultur e.V. einen richtig guten Einblick und erfährt auch mehr über die Strukturen des Vereins. Für mich ist es besonders toll, dass die eigene Meinung hier auch von uns Freiwilligendienstleistenden so viel zählt.

Was war Euer eigenes Projekt, das Ihr umgesetzt habt?

Kornelia: Ich habe einen Handlettering-Ferienkurs organisiert und durchgeführt. Handlettering ist ein großes Hobby von mir, deswegen hatte ich schnell Ideen für einen eigenen Kurs zu diesem Thema. Das eigene Projekt ist eine tolle Möglichkeit, ein Programm von Anfang bis Ende selbst zu planen und alle Stufen der Vorbereitung und Durchführung mitzumachen. Dadurch lernt man sehr viel, wie man sich besser organisiert und plant. Mir persönlich hat es sehr großen Spaß gemacht und es war gar nicht so stressig wie am Anfang gedacht.

Steffi: Am Anfang dachte ich, dass man ein riesen Projekt starten muss, ein super Thema braucht und das einfach eine große Sache werden muss. Aber das Team steht einem dabei total zur Seite und sie finden es prima, dass wir ein Projekt mit unseren persönlichen Interessen verknüpft haben. Ich habe auch einen Ferienkurs durchgeführt: Manschen, Mischen, Malen. Sozusagen Farbenlehre für Kinder. Ich finde das Thema ist wichtig und es ist nie verkehrt zu wissen, welcher Farbenmix eine andere Farbe ergibt. Es ist toll, dass wir Ansprechpartner*innen haben, die einem immer helfen: Von der Projektidee, einem Zeitplan und der Kalkulation über einem Ausschreibungstext und die ganze Organisation bis hin zur Umsetzung und Nachbereitung.

Was muss einem bewusst sein, wenn man darüber nachdenkt einen Freiwilligendienst Kultur und Bildung bei PA/SPIELkultur e.V. zu machen?

Steffi: Es muss einem bewusst sein, dass man 39 Stunden pro Woche arbeitet. Ich habe das auch ein wenig überschätzt und komme auch oft am Abend nicht dazu, meine Mappe für die Kunstakademie fertig zu stellen. Denn man ist an manchen Tagen auch wirklich müde. Freund*innen, die ein Jahr Pause machen oder studieren, können es nicht immer nachvollziehen und dann ist es natürlich schade, dass man in deren Semesterferien nichts gemeinsam tagsüber unternehmen kann. Es ist also anstrengend aber macht wirklich super viel Spaß und ich kann bei PA/SPIELkultur e.V. viele Erfahrungen sammeln. Der Freiwilligendienst bringt mir also wirklich richtig viel.

Kornelia: Da kann ich nur zustimmen: es muss einem klar sein, dass man Vollzeit arbeitet und das habe ich vorher auch noch nie. Manche Projekte finden auch am Wochenende statt, also arbeiten wir auch an manchen Wochenenden. Ich finde das aber nicht so schlimm, dafür haben wir ja dann unter der Woche mehr freie Tage. Ich habe sogar noch einen Nebenjob, bei dem ich dann manchmal an den freien Wochenenden arbeite. Auch das ist möglich – wenn die Arbeit Spaß macht!
Ich komme jeden Tag super gerne hierher. Wir haben immer viel zu tun und müssen nicht die Zeit absitzen. Jeder Tag ist anders und macht Spaß.

Steffi: Stimmt! Viele Freiwilligendienstleistende sind viel mehr am Computer und machen immer das gleiche – das wäre nichts für mich. Wir haben auch immer mal wieder „nur Bürotage“ – aber die Abwechslung der Tätigkeiten ist hier ganz besonders. Außerdem ist es schön, dass hier immer zwei Freiwilligendienstleistende sind – man ist also nie alleine.

Was hat Euch der Freiwilligendienst Kultur und Bildung gebracht und was habt Ihr im Anschluss daran vor?

Kornelia: Mir hat das Jahr so viel gebracht: ich habe hier sehr nette Leute kennengelernt, hatte viel Spaß mit den Kindern, und habe auch gesehen, wieviel Planung und wieviel Arbeit in den einzelnen Projekten steckt. Insgesamt bin ich viel selbständiger geworden. Nach meinem Freiwilligendienst will ich noch für eine kurze Zeit ins Ausland gehen und dann ein Studium beginnen.

Steffi: Ich habe ja schon super viel Zeit und Geduld in die Mappe für die Kunstakademie gesteckt und hoffe sehr, dass ich für den Studiengang Kunstpädagogik genommen werde. Wenn ich den Studienplatz nicht bekommen sollte, könnte ich mir aber auch vorstellen, Soziale Arbeit, Grundschullehramt oder Illustration zu studieren. Der Freiwilligendienst hat mich gelehrt, meine Zeit besser einzuteilen und ich habe mich persönlich einfach weiterentwickelt. Und ich habe gelernt, in verschiedenen Bereich parallel zu arbeiten.