Freiwilligendienst Kultur und Bildung

Wir freuen uns sehr darüber, dass Lena Grußler und Vanessa Rieder seit September 2019 Teil unseres Teams sind und die PA/SPIELkultur e.V. tatkräftig mit viel Motivation und neuen Ideen unterstützen!

Ein Freiwilligendienst Kultur und Bildung ist ein freiwilliges, soziales Jahr für junge Menschen bis 26, das man in einer kulturellen Einrichtung absolviert. In diesem Jahr kann man viele Einblicke in die Berufswelt gewinnen und dabei die eigenen Fähigkeiten und Interessen entdecken und erweitern. Zudem bieten die 25 begleitenden Bildungstage die Möglichkeit, sich mit spannenden Themen wie Identität, Arbeiten im Team, Projektmanagement auseinanderzusetzen und an künstlerischen Workshops teilzunehmen. Außerdem ist es eine Chance, viele junge Freiwillige aus anderen Einsatzstellen kennen zulernen und auf den Seminaren eine gute Zeit zusammen zu verbringen. Vergütet wird die Vollzeitstelle des Freiwilligendienstes mit einem Taschengeld von 380 Euro monatlich.

Weitere Informationen zum Freiwilligendienst Kultur und Bildung findet Ihr unter dem folgenden Link: https://freiwilligendienste-kultur-bildung.de/

Alle weiteren Fragen beantworten auch gerne Rosi Masin, Viki Zalcbergaite und Annette Hartmann per E-Mail: info@spielkultur.de

Wir freuen uns auf zahlreiche nette Bewerber*innen!

 

Einblicke in ein Jahr bei der PA/SPIELkultur e.V. mit Lena Grußler und Vanessa Rieder (FSJ 2019/20)

Warum habt Ihr Euch zu einem Freiwilligendienst Kultur und Bildung entschlossen?

Lena:
Nach der Schule war ich mir noch nicht ganz sicher was für eine Ausbildung ich machen möchte. Eine Freundin brachte mich auf das „Freiwillige Jahr“. Eine super Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren. Um Genaueres zu erfahren, habe ich mich bei der Berufsorientierung an meiner Schule informiert. Dort erzählte man mir, dass es auch Freiwilligendienste für Kultur und Bildung gibt.

Vanessa:
Ich habe mein Abitur gemacht, hatte aber keine Ahnung, was ich danach machen wollte. Um ein wenig mehr Zeit zu haben, über meine berufliche Zukunft nachzudenken, habe ich beschlossen erstmal ein Jahr Pause zu machen. Zuerst dachte ich einen Freiwilligendienst kann man nur in Kindergärten, Krankenhäusern oder Altersheimen machen, was mich persönlich nicht so interessiert hat. Genau wie Lena habe auch ich durch eine Freundin vom Freiwilligendienst Kultur und Bildung und seinen vielfältigen Einsatzstellen erfahren und das erschien mir wie eine tolle Gelegenheit, dieses Jahr mit einer sinnvollen Tätigkeit zu überbrücken.

Haben sich Eure Erwartungen erfüllt?

Lena:
Mehr als das! Anfangs war ich noch etwas skeptisch, weil ich davor nie wirklich viel was mit Kindern und Jugendlichen zu tun hatte. Doch schon ab dem ersten Projekt habe ich die Arbeit immer mehr lieben gelernt. Jeden Tag erlebt man etwas Neues in den Projekten und es macht Spaß, mit den Kindern Zeit zu verbringen.

Vanessa:
Definitiv! Auch ich hatte gehofft, dass wir viel mit den Kindern machen und die verschiedensten Projekte kennen lernen dürfen, und das wurde auf jeden Fall erfüllt. Ich komme jeden Tag super gerne in die Arbeit und die Aufgaben machen mir richtig viel Spaß. 

Was gefällt Euch an PA/SPIELkultur e.V. besonders?

Lena:

Das Tolle hier ist die Vielfalt an Kursen und, dass man so viele unterschiedliche Kinder und Arbeitsmethoden kennen lernt. Außerdem gibt es die unterschiedlichsten Aufgaben – da wird es nie langweilig. Vor allem wird Vanessa und mir oft viel Freiheit gelassen, wenn wir für Projekte etwas vorbereiten oder gestalten sollen. Zudem ist hier auch ein echt schönes und angenehmes Arbeitsklima. Wenn es Probleme gibt, können wir immer mit jemanden darüber reden und offen unsere Meinung sagen.

Vanessa:  Da kann ich dir/Lena nur zustimmen. Außerdem fühle ich mich im Team von PA/SPIELkultur, in das wir super lieb aufgenommen worden sind, total wohl, und auch wenn wir mal Probleme haben, werden wir von allen unterstützt. Bei den Aufgaben, die wir bekommen, dürfen wir immer unsere eigenen Ideen mit einbringen.

Was sind Eure Aufgabenbereiche in der PA/SPIELkultur e.V.?

Lena:
Eigentlich alles Mögliche, hauptsächlich arbeiten wir in den Projekten, die vor Ort laufen oder bereiten für anstehende Projekte was vor. Ab und zu sind wir auch in Schulen, die uns entweder für einen Schultag gebucht haben oder an denen ein langfristiges Projekt stattfindet. Büroarbeiten fallen selten an. Meine persönlich liebsten Aufgabenbereiche sind auf jeden Fall die Basteleien und auch die Gestaltung der Kulissen für die Projekte.

Vanessa:
Unsere Aufgabenbereiche sind super vielfältig. Von organisatorischen Aufgaben am Computer bis zu kreativer Arbeit mit den Kids ist alles dabei. Es gibt bei PA/SPIELkultur Projekte vor Ort und im Münchner Stadtgebiet. Unterwegs waren wir bis jetzt in Schulen, Jungendzentren und bei öffentlichen Veranstaltungen. Zum größten Teil sind wir aber bei Angeboten in der LEO 61 mit dabei. Unsere Hauptaufgaben sind neben der Vorbereitung der Projekte, also sei es Deko zu basteln oder die Räumlichkeiten zu gestalten, auch bei den verschiedenen Programmen selbst zu unterstützen. Vor den einzelnen Projekten gibt es immer eine Einführung, dort werden uns dann die einzelnen Stationen sowie der Ablauf und das Konzept genau erklärt. Dadurch werden wir perfekt vorbereitet und Lena und ich leiten dann im Projekt jeweils selbstständig eine Station zu einem bestimmten Thema an, also erklären wir den Kindern zum Beispiel die Spiele oder Bastelaufgaben und unterstützen sie natürlich bei Fragen.

Habt Ihr ein eigenes Projekt umgesetzt?

Lena:
Mein Projekt sollte während einer Sonntagszeit stattfinden, bei der Kinder und Familien Trash-Fashion machen können. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus konnte dieses leider nicht stattfinden und ich habe ich mein Projekt etwas umgewandelt. Es ist jetzt eine Video-Reihe geworden. In den verschiedenen Videos zeige ich Kindern und Jugendlichen verschiedene Möglichkeiten Stoffreste oder alte Kleidung „upzucyclen“. Zum Beispiel kann man ganz leicht aus einem alten Stofffetzen, Gaffa-Tape und Tackernadeln ein kleines Mäppchen machen oder mit Textilfarbe ein altes Shirt aufbereiten. Das Ziel ist es, den Kindern den Nachhaltigkeitsaspekt näher zu bringen. Das Projekt zeigt, dass wir vermehrt Textilabfälle produzieren, obwohl sie zu 100% recycelbar sind. Für die Videos werden ausschließlich alte Stoffreste und Secondhandkleidung verwendet. Die Videos sind auf dem YouTube-Kanal von PA/SPIELkultur e.V. zu sehen: https://www.youtube.com/channel/UC9QcaoUjeUOhTkwbDlE9WTQ

Vanessa:
Ich habe mein Projektthema mehrmals umgeworfen und mich schlussendlich für einen Escape-Game-Workshop entschieden. Aufgrund der Corona Krise werde ich eine Videoserie auf Youtube online stellen, in der ich den Kindern Schritt für Schritt erkläre wie sie ganz einfach zu Hause, für ihre Familie oder Freunde einen Escape Room erstellen können. In den Videos werde ich zum Beispiel erklären was man bei der Wahl der passenden Räumlichkeit, Geschichtenentwicklung und später im fertigen Escape Room  beachten muss, sowie verschiedene Rätselideen vorstellen. Das letzte Video wird einen Beispiel Escape Room aus Sicht des Entwicklers und der Teilnehmenden zeigen. Auch meine Ergebnisse kann man, wenn sie fertig sind auf unserem YouTube-Kanal von PA/SPIELkultur e.V. ansehen: https://www.youtube.com/channel/UC9QcaoUjeUOhTkwbDlE9WTQ )

Was muss einem bewusst sein, wenn man darüber nachdenkt den Freiwilligendienst Kultur und Bildung bei PA/SPIELkultur e.V. zu machen?

Lena:
Es wird immer viel zu tun geben.
Zum Beispiel: Man ist vormittags und/oder nachmittags im Projekt, man bereitet kommende Projekte vor. Das kann einen sehr auslaugen. Ab und zu kommt es dann auch vor, dass man am Wochenende arbeitet. Zudem sollte man bedenken, dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen anstrengend sein kann. Zusammengefasst sollte man sich gut überlegen, ob man es sich wirklich zutraut mit vielen Kindern und auch noch manchmal sehr lange zu arbeiten. Ich bin aber der Meinung, dass es das wert ist, da ich hier so viel im Allgemeinen und auch über mich gelernt habe.

Vanessa:
Es sollte einem bewusst sein, dass man den Großteil des Tages auf der Arbeit verbringt und kurz bevor ein neues Projekt startet, gibt es meistens sehr viel zu basteln und zu dekorieren, dann kann es ab und zu auch mal vorkommen, dass man einige Überstunden macht, damit alles rechtzeitig fertig wird. Gelegentlich arbeiten wir auch am Sonntag und helfen bei LEOs Sonntagszeit mit. Im Gegenzug bekommen wir dafür aber auch immer einen Tag unter der Woche frei.

Natürlich sollte man auch Spaß an der Arbeit mit Kindern haben. Teil des Freiwilligendienstes sind außerdem fünf Seminarfahrten. Dabei fährt man mit anderen Freiwilligen aus ganz Bayern für fünf Tage weg, wie bei einer Klassenfahrt. Jeden Seminartag nimmt man an Workshops teil.
Das Tolle hierbei ist, dass man viele andere Freiwillige aus den unterschiedlichsten Einsatzstellen kennenlernt und gemeinsam eine schöne und lustige Zeit auf den Seminarfahrten hat.

 Leider seid Ihr wegen der Corona-Quarantäne seit vielen Wochen im Homeoffice. Welche Aufgaben erfüllt Ihr von dort aus und wie geht Ihr mit der ungewohnten Situation um?

Lena:
Im Lockdown entstand der Kinder-Blog KiKu Online, für den wir verschiedenste Beiträge erstellen: https://kiku-online.net/. Dort findet man Bastelanleitungen, Spielideen und andere Online-Angebote. Im Moment erstelle ich die Videos für mein eigenes Projekt. Es macht echt viel Spaß, da ich den ganzen Tag basteln kann und neue Spiele ausprobieren darf. Es ist wirklich sehr ungewohnt nicht mehr im Büro zu sein, aber langsam habe ich mich daran gewöhnt. Durch unsere Online-Schulungen und Online-Meetings kommt ein bisschen Normalität in den Alltag, da man wenigstens die Kolleg*innen ab und zu sehen kann. Und wenn mir dann doch mal die Decke auf den Kopf fällt, geh ich spazieren, um den Kopf frei zu kriegen. Aber dennoch vermisse ich es sehr in den Projekten zu sein und meine Kolleg*innen und die Kinder jeden Tag zusehen.

Vanessa:
Am Anfang war es für mich total komisch, wir sind nämlich vom Seminar nach Hause gekommen und dann hieß es plötzlich, dass wir jetzt alle von Zuhause aus arbeiten werden. Nach ein paar Tagen hatte ich mich aber schon daran gewöhnt. Zu unseren Homeoffice-Aufgaben gehört es, Beiträge für den Online-Blog KiKu Online zu erstellen. Außerdem haben Lena und ich unsere eigenen Projekte in Online-Formate umgestaltet. Natürlich ist es super schade, dass man die Kolleg*innen und die Kinder nicht mehr jeden Tag persönlich sieht, sondern nur noch ab und zu über den Bildschirm in Online-Meetings oder Online-Schulungen. Aber das Arbeiten von zu Hause aus hat auch einige Vorteile, so können wir jetzt zum Beispiel unsere Arbeitszeiten etwas flexibler gestalten.

Was hat Euch der Freiwilligendienst Kultur und Bildung gebracht und was habt Ihr im Anschluss daran vor?

Lena:
Sehr viel, ich habe in den letzten Monaten viel über mich selbst gelernt. Auch beruflich hat es mir viel gebracht – jetzt weiß ich, dass ich einen Beruf im Gestaltungsbereich ausüben möchte. Nach diesem Jahr möchte ich eine Ausbildung zur Gestalterin im visuellen Marketing beginnen.

Vanessa:
Richtig viel, auch ich habe mich persönlich weiterentwickelt, viel Spaß mit den Kindern gehabt und die vielfältige Arbeit bei PA/SPIELkultur e.V. kennengelernt. Auch beruflich weiß ich jetzt besser Bescheid und werde ab September ein Duales Studium beginnen.